NZ Nordinsel

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17.02. - 19.02.2001    Wellington - Napier - Auckland

Da es die ganze Nacht durch geregnet hat, begann auch dieser Tag "überraschenderweise" ohne Sonnenschein. So gegen 9h00 versuchte ich im Stadtzentrum mein Müsli zu essen. Doch die Arbeitsmoral der Kiwis gehört nicht gerade zu den Besten und so musste ich schon weit laufen, um an mein Frühstück zu kommen. Danach setzte ich meinen Stadtrundgang fort und fand einige versteckte Gässlein mit vielen netten Kaffes, Bars und Restaurants. So wie Wellington im Hafen liegt, erinnert es stark an San Francisco in den USA. Da geht es rauf und runter wie auf einer Achterbahn (Sorry, ein wenig übertrieben). Auch die Bauweise der Einfamilienhüsli ist sagenhaft schön und wirkt schon fast romantisch mit den einfallsreichen Verzierungen. Ohne Hoffnung auf Wetterbesserung entschloss ich mich das Nationalmuseum Te Papa zu besuchen. Neben typischen Kulturgütern der Maoris fand man auch neuzeitliches Schaffen der Kiwis. Man könnte einen ganzen Tag in diesem wunderbar eingerichteten Bau verbringen. Doch mir taten die Füsse weh und irgendwann ist der Kopf auch voll mit Informationen (memory overflow). Den Rest des Tages verbrachte ich im Backpacker mit Schreibarbeiten und am Abend zog ich mir ein wunderbares Lammessen in der bekannten Cuba Street hinein. Nach einigen Bierli in einer Jazzbar zog es mich dann in die warmen Federn zurück...

Der folgende Tag begann schon etwas freundlicher. Doch mich hielt nichts mehr in dieser kalten und nassen Gegend. So fuhr ich halt weiter in Richtung Norden, immer noch mit der Hoffnung auf sonnigeres Wetter. Mein Weg führte vorerst der Westküste entlang, wo die Strasse stellenweise fast ins Wasser kam. In diesem Streckenabschnitt schien sogar einmal die Sonne und verhalf der sonst schon eindrücklichen Klippenlandschaft noch zu mehr Farbenpracht. Bei Levin ging es endgültig weg von der Küste und ich durchquerte die Insel ziemlich schnell, bis ich schliesslich an der Ostküste in Napier landete. Die Fahrt war recht abwechslungsreich. Nicht nur wegen der Natur, sondern auch wegen des Wetters. Denn von Regen, Sonne, Wind und Nebel hatte ich vermutlich alle Wetterformen (ausser Schnee) erlebt. Napier selbst ist ja als Art Deco Stadt bekannt. Ein schweres Erdbeben im Jahre 1931 machte das Küstenstädtchen dem Erdboden gleich, das jedoch gleich im damals dominierenden Art Deco Stil wiederaufgebaut wurde. Als ich dort am Sonntag eintraf, fand gerade ein Oldtimer-Treffen (Art Deco Weekend) statt. Neben den herausgeputzten Fahrzeugen glänzten auch die Leute mit ihren zeitgerechten Stiefeln, Kleidern und Hüten (hat wirklich toll ausgesehen). Nach einer kleinen Mahlzeit hiess es auch hier wieder früh ins Bettli, denn am  nächsten Tag wollte ich Auckland erreichen und Bart (Flatschi) endlich treffen...

Über Nacht hatte es erneut geregnet und ich verliess bereits um 7h00 den Backpacker. Auf der Fahrt nach Taupo gab es kaum Möglichkeiten zum Anhalten. Ausser einzelnen Hotpools die nach faulen Eiern stanken und in die Luft nebelten gab es wirklich nichts Sehenswertes (Ok, das miese Wetter war auch schuld). Bei Taupo, am Ufer des gleichnamigen Kratersees, nutzte ich die Gelegenheit, den Benzintank und meinen Magen aufzufüllen. Danach gings sofort weiter zum nächsten See, dem Lake Rotorua. Die gleichnamige Stadt ist berühmt durch seine Heisswasserquellen, Gaysire und Wasserfälle. Aber auch hier hielt es mich nicht lange. Denn ich wurde nicht durch die Gayisre nass, sondern durch die vom Himmel fallenden Regentropfen. Der Rest der Strecke führte auf einer schnellen Nebenstrasse mehr oder weniger direkt nach Auckland. Um 16h00 traf ich im Stadtzentrum ein und fand sogleich im ideal gelegenen Hotel de Brett ein freies Bettchen. Danach hiess es schnell Auspacken und direkt ins Café Occidental. Denn da wartet schon sehnsüchtig Bartilein auf mein Erscheinen. Nach einem Willkommensdrink (oder auch 2...?) und einem kleinen Imbiss setzten wir bis in die frühen Morgenstunden die "Stadtbesichtigung" fort.

20.02. - 22.02.2001    Auckland

Heute hiess es für mich einmal so richtig ausschlafen und ausruhen. Weil nach diesem Kilometermarathon mit dem Auto war ich schon ein wenig gezeichnet. Am Mittag habe ich mich mit Bart zum Lunch verabredet. Er sah etwas bleich aus. Vielleicht lag es am trüben Wetter. Aber ich glaube eher, dass die Nacht etwas anstrengend war (gell Flatschi). Am Nachmittag suchte ich nach guten Kaffeebars und ich wurde auch fündig. Man darf sogar sagen, dass hier in Auckland eine aussergewöhnlich gute Kaffekultur gepflegt wird. Das schönste Beispiel ist das Columbus, wo die Kaffeebohnen selbst geröstet und dann je nach Belieben gemischt werden... einfach genial. Auch die Zubereitung ist korrekt und es stimmt wirklich alles bis ins letzte Detail. Natürlich fand ich auch Kulturbanausen, welche weder die Zubereitung noch die Definition eines guten Espressos kannten. Die Palette reichte von riesigen Kaffee-Chachelis bis zu Mini-Ristrettos. Mit der Zeit schützte ich mich mit präzisen Bestellungen, um Missverständnisse im Vornherein zu vermeiden. Am späteren Nachmittag trafen wir uns erneut im Occidental und Bart stellte mir seinen Schulkollegen Mustapha (Arthur) aus Brasilien vor. Das war vielleicht ein lustiger Kauz. Zusammen mit ihm verbrachten wir den Rest des Abends und genossen da und dort Genüssliches in aller Art. Spät wurde es auch wieder...

Zur Abwechslung führte ich heute mal mein Auto Gassi und sah mir gleichzeitig die Coromandel Peninsula an. Die Halbinsel ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Stadtmenschen aus Auckland. Endstation war in Coromandel selbst. Weite Teile sind noch mit Kauri-Wäldern bedeckt. Zusammen mit den zahlreichen Stränden ergibt sich ein erstklassiges Erholungsgebiet. Selbst Golfer kommen hier auf ihre Kosten. Für mich hiess es aber nur blochen und verpflegen. Denn die Zeit war zu knapp für längere Unterbrüche. Zurück in Auckland ging ich noch schnell auf Einkaufstour. Das Geld soll ja unter die Leute, oder etwa nicht. Später holte mich Flatschi mit einigen Schulkollegen im Occidental ab, um bei ihm zu Hause seine Abschiedsparty zu feiern. Es war ein gelungenes Fest mit viel (to well done) Grillfleisch, Salaten und Flüssignahrung. Kompliment und Danke nochmals an dieser Stelle. In die Federn gings ausnahmsweise mal zu vernünftiger Zeit. Denn am nächsten Tag starten Bart und ich eine 4-tägige Nordinselrundfahrt...

22.02. - 27.02.2001    Auckland - Whangarei - Paihia - Dargaville - Auckland

Da Flatschi den Morgen noch "unbedingt" in der Schule verbringen wollte, starteten wir erst am Mittag unsere Entdeckungsreise. Das Wetter schien bis dahin vielversprechend. Ich holte mir sogar einen kleinen Sonnenbrand bei meiner morgendlichen Kaffeepause. Nachdem sämtliches Material im Auto verstaut war, ging es sofort los. Erste Destination war das von Auckland gegenüberliegende Devonport. Ein malerisch schöner Vorort mit ebenso schöner Hafenanlage. Nach eingenommenen Lunch fuhren wir weiter auf dem Highway 1 in Richtung Norden. Womöglich folgten wir immer den küstennahen Strassen, um so möglichst viel von den Schönheiten der neuseeländischen Küste zu profitieren. Der Himmel hatte sich inzwischen verdunkelt und liess nur noch gelegentlich die Sonne passieren. Endstation war dann schliesslich in Whangarai, wo wir uns in einem etwas aussergewöhnlichen Backpacker niederliessen. Für mich war es eigentlich nichts Besonderes mehr. Doch für Bart war es Neuland und er musste sich schon ein wenig den neuen Umständen anpassen. So schliefen wir z.B. in einem Zimmer mit 4 anderen fremden Leuten... Den Abend verbrachten wir in der Stadtmitte. Bei einem ausgezeichneten Dinner mit Lachsvariationen als Hauptgang liessen wir uns so richtig verwöhnen. Danach mussten noch einige Biers dran glauben. Wir wollten ja unseren geglückten Start und auch unser Wiedersehen mal ausgiebig feiern...

Der nächste Morgen präsentierte sich regnerisch und es sollte sich während des ganzen Tages auch kaum ändern. Von Whangarei aus folgten wir wiederum mit einigen kleinen Umwegen und Unterbrüchen der Küste, bis wir dann endlich in der weltbekannten Bay Of Islands strandeten. Erster Halt war bei Opua. Von da aus nahmen wir die Fähre auf die gegenüberliegende Halbinsel, um dort nach Russell zu gelangen. Nach etwa 30 Minuten Fahrzeit erreichten wir das romantische Städtchen Russell an der Bay of Plenty. Sie war einmal für kurze Zeit Hauptstadt des Landes und ist sicherlich deshalb noch so gut erhalten. Mit einem ausgezeichneten Lunch für einmal bei Sonnenschein rundeten wir diesen Abstecher ab. Danach gings zurück zur Fähre und dann weiter nach Paihia, wo wir uns erneut in einem Backpacker (Pipi) niederliessen. Diesmal teilten wir die Wohnung mit 6 anderen Frauen. Wobei davon 2 anders gepolt waren und die anderen würde ich, wie schon einmal erwähnt, als Mozartkugeln bezeichnen. Ach ja, die Unordnung in den Räumlichkeiten übertraf wirklich alles was ich bis dahin kannte. Aber wir mussten ja nur darin die Nacht verbringen, gell Flatschi. Nach einer kleinen Stadtbesichtigung meldeten wir uns für einen Ausflug mit Swimming with the Dolphins an. Als Dinner zog ich mir vorzüglich zubereitete Lammracks hinein und Flatschi genoss einen Teller Seafood. Zurück im Backpacker löschten wir noch ein wenig den Durst in der hauseigenen Bar und schauten dem unterhaltsamen Geschehen zu...

Den Morgen verbrachten wir auf einem Schnellboot, um das Abenteuer "Swimming with the Dolphins" zu erleben. Doch (ja, es gibt schon wieder ein doch) während der ganzen 4 Stunden auf hoher See sahen wir ausser mit 140 km/h herunterstürzende Tölpel gar nichts und das Wetter passte natürlich ideal zu unserer miesen Stimmung. Einziges Highlight war ein riesiger Kreuzer in der Bucht vor Paihia. Ziemlich enttäuscht fuhren wir weiter auf die andere Seite der Nordinsel. Nahe von Paihia besuchten wir das bekannte Treaty House, in welchem das Abkommen zwischen den Weissen und den Maoris unterzeichnet wurde (Verzierungen). Wir entschieden uns nicht ganz in den Norden zu fahren. Denn alleine der Abstecher zur Nintey Mile Beach hätte uns einen ganzen Tag gekostet. Bei Omapere sahen wir zum ersten Mal die Küste und weiter südlich, bei Weimamaku, löschten wir unseren Durst in vermutlich einer der kleinsten Bierbrauereien die es gibt (Wäre vielleicht was für die Ilgen Bar in Stans, gell Luzia und Rolf). Das dunkle Bier hat  übrigens vorzüglich geschmeckt. Auch Petrus schien es plötzlich gut mit uns zu meinen. Die Landschaft im Waipoua Forest präsentierte sich im Sonnenschein sagenhaft schön und liess so die gigantischen Kaori-Bäume noch mehr zur Geltung kommen. Endstation war in Dargaville, einem verschlafenen Städtchen am Ufer des Wairoa Rivers. Unterkunft fanden wir in einem älteren aber tollen Hotel für lediglich 20$. Auch das Buffet schmeckte sehr gut und liess wirklich keine Wünsche offen. Den weiteren Abend verbrachten wir in eimen nahe gelegenen Pub, wo wir in einen Polterabend von Frauen gerieten. Aussergewöhnlich wäre das ja nicht. Wenn dann aber 2 Flaschen Schnaps gleichzeitig angestützt und im Mund gemischt werden, scheint das doch ein wenig extrem. Aber lustig war es auch. Bevor wir jedoch in unsere warmen Bettli kriechen konnten, mussten wir noch ein kleines Schlüsselproblem lösen, gell Flatschi...

Am nächsten Morgen wurden wir, für mich schon fast ungewöhnlich, mit Sonnenschein geweckt. Selbst am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen. Nach dem reichhaltigen z'Morge gings weiter zur Piha Beach. Der Weg dorthin war lang und umständlich. Doch der Aufwand hatte sich gelohnt. Auch hier stiessen wir wieder auf eine Tölpelkolonie. Nach einigen Versuchen weitere interessante Standorte zu finden, brachen wir die Suche ab. Weil die gute Beschilderung gehört noch nicht zu den Stärken der Kiwis. Zurück in Auckland genossen wir die Spätnachmittagssonne in einem der vielen Restaurants im gut gepflegten Hafengelände. Nachtessen gab es im Planet Hollywood und nachdem ich Bart bei seiner Homestay-mother abgeliefert hatte, knipste ich auf meiner Rückfahrt noch einige Nachtaufnahmen (nicht Nacktaufnahmen, kein Schreibfehler) von der Skyline der City. Das Bettmümpfeli durfte natürlich heute auch nicht fehlen. Hierfür lief ich nochmals zum Hafen und genoss bei schöner Abendstimmung im Lenin den Rest des Abends...

Für mich hiess es heute bereits um 8h00 das Auto zurückgeben. Es lief alles glatt. OK, was kann man erwarten, wenn das Auto nicht mal angeschaut und kontrolliert wird. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir die Waschstrasse auch sparen können. Die restliche Zeit bis zum Mittag verbrachte ich auf dem Skytower im Downtown. Er besitzt ein Drehrestaurant und mehrere Aussichtsplattformen. Mit seinen 328 m ist er sogar ein bisschen höher als der Eiffelturm in Paris. Sein Ausblick über Auckland und den Hafen Waitemata ist atemberaubend. Danach assen Bart und ich nochmals zusammen Lunch und später hiess es für mich endgültig Abschied nehmen. Bart, vielen herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle für die tollen und lustigen Tage. Am Abend zog ich mir ein letztes Mal eine Lammspeise hinein und pilgerte erneut in den Hafen, um dort im Lenin mein Bier zu geniessen...

Um 6h00 war Tagwache und gegen 7h00 holte mich das Taxi zum Flughafen ab. Abflug nach Sydney war um 9h00. Danach hiess es Warten bis ca. 16h30 im Flughafenareal von Sydney. Ankunft in Bangkok war um 23h00. Hier kaufte ich mir sofort ein Ticket nach Phuket für den nächsten Morgen. Die Nacht verbrachte ich im tief heruntergekühlten Wartesaal. Schlafen konnte ich sowieso nicht. Denn andauernd war Krach und die Thailänder um mich herum schwatzten nonstop. Müde und etwas zerknautscht bestieg ich um 7h00 den Flieger zur Insel Phuket. Pünktlich um 8h30 landete die Maschine auf der Piste von Phuket Town. Endlich... ich war an der Sonne und in der Wärme...