NZ Südinsel

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30.01. - 01.02.2001    Christchurch

Nach ca. 3h Flugzeit wechselten wir am frühen Morgen in Melbourne den Flieger und setzten die Reise nach Christchurch auf der Südinsel fort. So gegen Mittag stellten wir den ersten Fuss auf dieses für uns noch unbekannte Land. Doch der erste Eindruck war nicht gerade überwältigend. Empfangen von starken und wirklich sehr kalten Windböen suchten wir den Weg zu einer geeigneten Unterkunft in der City (Backpacker). Sicherlich etwas müde vom praktisch schlaflosen Überflug orientierten wir uns schon mal kurz im Zentrum der Stadt. Aber auch hier schien Petrus es nicht gut mit uns gemeint zu haben. Denn bereits fielen die ersten Regentropfen vom Himmel und wir sahen uns gezwungen, die warmen Betten relativ früh aufzusuchen. Tut ja schliesslich auch mal gut ein wenig Schönheitsschlaf, gell.
Noch immer etwas müde organisierten wir am folgenden Tag unser Mietauto und suchten nachher Jacqueline auf, welche wir bereits bei unserer Abreise nach Aussie am Flughafen getroffen hatten. Eine Verabredung zum Dinner brachte uns dann schlisslich zusammen und bei 2 oder 3 Bier spielten wir Pool bis in den frühen Morgen. Ach ja, der Himmel war während des ganzen Tages bedeckt.
Wieder gut ausgeschlafen (Die Müdigkeit kam sicher auch von den 5h Zeitverschiebung gegenüber Perth) verbrachten wir den Nachmittag unter kompetenter Führung von Jacqueline im Zentrum der Stadt. Die Sonne brannte unerlässlich auf uns nieder und liess uns die Hoffnung auf besseres Wetter für einen kurzen Moment ansteigen. Am Abend genossen wir im vorzüglichen Ann's Thairestaurant des Essen und beendeten erneut sehr früh den Ausgang. Auf dem Heimweg hat's dann halt schon wieder geregnet... no comment.

02.02. - 08.02.2001    Christchurch - Kaikoura - Picton - Nelson

Weckiwecki war früh um 7h00. Denn heute stand die Fahrt nach Kaikoura auf dem Programm. Doch vorerst ging's auf die etwas südöstlich gelegene Halbinsel Banks Peninsula, die für seine zahlreichen Sandbuchten und steilen Klippen bekannt ist. Selbstverständlich wäre der Anblick netter gewesen bei klarem Himmel und ohne Regen. So fuhren wir dann halt recht zügig, abgeseen von kleinen Abstechern, Kaikoura entgegen, wo wir einen möglichen Ausflug zu den Seelöwen oder sogar Walen ins Auge gefasst hatten. Etwas demotiviert vom kalten Klima informierten wir uns trotzdem über die Ausflüge auf See. Doch die recht hohen Preise und die tiefen Temperaturen liessen uns nicht lange überlegen und so zogen wir es vor, am nächsten Tag so schnell wie möglich in den noch "wärmeren" Norden zu fahren. Auf die Frage nach den Gründen dieses schlechten Wetters bekamen wir immer als Antwort, dass es schon aussergewähnlich sei für diese Jahreszeit. Verglichen mit der Schweiz würde ich sagen, dass die momentanen "sommerlichen" Verhältnisse für neuseeländische Begriffe höchstens an einen Frühling bei uns erinnern...
Der nächste Tag begann sonnig und warm und hielt die gute Laune sogar mal bis am Abend. Nach dem Lunch in Blenheim zweigten wir nur unweit davon ab und folgten über die wunderbare Port Underwood Road der gleichnamigen Bay entlang, bis wir dann nach Picton gelangten. Noch bevor wir die Unterkunft hatten, informierten wir uns über die geführten Kajak- und Wandertouren. Schnell entschlossen buchten wir eine eintägige Kajaktour mit Guide im bekannten Queen Charlotte Sound. Nach einer gefundenen Schlafgelegenheit war dann alles perfekt...
Um 9h00 ging's mit der Kajaktour im Hafen von Picton los und nach ein paar einführenden Worten und Demonstrationen stachen (paddelten) wir sofort in See. Remo und ich sassen zusammen in einem Doppelkajak. Die Gruppe bestand aus 10 Leuten. Es war gar nicht schwer und wenn man sich nicht zu fest verkrampfte, konnte man es recht gemütlich nehmen. Das Frühstück mit Kuchen und Kaffee nahmen wir in einer etwas geschützten Sandbucht zu uns und überquerten dann den Sound auf die andere Seite zu den viel schöneren Bays. Die zweite Verpflegung mit längerer Pause gab es kurz nach Mittag. Es war einfach genial sich nur von der Strömung und etwas Wind treiben zu lassen. Es war wirklich wie es unser Guide Emma gesagt hatte: "Relax, take it nice, slow and easy" (Salut Heinz). Am Nachmittag kam ein wenig Wind auf und die Rükfahrt gestaltete sich anstrengender als erwartet. Erschöpft aber zufrieden kehrten wir mit dem Minibus zum Ausgangspunkt zurück und plauderten noch ein wenig mit den Teilnehmern. Die Gesamtdistanz im Kajak an diesem Tag war 14km. Ich würde sagen, für blutige Anfänger wie wir es sind, war das gar nicht schlecht. Doch noch nicht genug... wir buchten unverzüglich für den nächsten Tag eine Überfahrt nach Ship Cove, um dann dort einen Teil des Queen Charlotte Walks zu laufen...
Erneut sehr früh, um 7h00 genau, piepste der Wecker und nach einem kleinen Stärkungsmüesli im Backpackers verlegten wir uns zum nahe gelegenen Hafen, wo das Schiff für die Überfahrt nach Ship Cove auf uns wartete. Nach nur 45 Minuten Highspeed-Reisezeit legte das Schiff am Zielort an. Ein kurzer Blick auf das James Cook Denkmal und los gings. Bereits die ersten paar Meter liessen uns ein wenig schwitzen. Aber der steile "Stutz" gleich zu Beginn war zum Glück nur von kurzer Dauer. Der Rest des Walks führte sanftmütig durch die dichten Wälder des Nationalparks und liess uns gelegentlich, wenn nicht eher etwas selten, auf die sagenhaften türkisfarbenen Buchten blicken. Für den mit 5h Marschzeit angegebenen Walk benötigten Remo und ich gerade mal 2h50. Ich will nicht sagen, dass wir gerannt sind, aber für geübte und "sportliche" Läufer (ihr könnt jetzt denken was ihr wollt) wie wir es sind, war das ein Kinderspiel. Doch noch nicht genug... Bei unserer Endstation im Endeavour Inlet, der Furneaux Lodge, strampelten wir noch zu einem etwa einer halben Stunde entfernten Wasserfall. Gelohnt hatte es sich nicht, aber Hauptsache die Zeit ging vorbei. Die Rückfahrt nach Picton dauerte etwas länger. Nicht nur wegen den zahlreichen Pickups von Gästen, sondern auch wegen der rauhen See. Zeitweise hob das Schiff völlig ab und brätschte dann wieder hart auf das Wasser. Nach einem gediegenen Dinner in einem genial guten Restaurant, brachen wir den doch eher etwas anstrengenden Tag ab und liessen uns von den Schäfchen forttragen...
Der nächste Morgen weckte uns mit verhangenem Himmel und liess kaum Hoffnung auf Wetterbesserung. Wir liessen uns jedoch nicht einschüchtern und folgten dem Queen Charlotte Drive in Richtung Nelson. Etwa auf halber Distanz versuchten wir einen Abstecher zu der abgelegenen Okiwi Bay, um dort den Lunch zu uns zu nehmen. Doch ausser Boote und leere Strände war dort nichts zu finden. Deshalb hiess die Devise so schnell wie möglich nach Nelson. Denn dort wird es ja sicher irgendwo ein Beizli haben. Den Rest des Tages verbrachten wir geruhsam im Backpackers und am Abend verzehrten wir in einem etwas lustigen chinesischen Restaurant das Dinner...
Der heutige Tag war markant für die Fortsetzung unserer Reise. Denn Remo fühlte sich gar nicht mehr wohl unter diesen fast arktischen Bedingungen und so entschloss er sich leider, sofort die Weiterreise in Richtung Thailand fortzusetzen. Deshalb war dieser Tag geprägt von organisatorischen Belangen und liess uns lediglich Spielraum für einen kurzen Scenic Drive um Nelson. Ich verstehe Remo sehr gut. Denn auch für mich sind diese Wettrebedingungen an der Grenze des Ertragbaren (wir reden hier von sommerlichen Temperaturen für neuseeländische Verhältnisse). Doch in meinen Augen kann ich nicht ohne an das "Äussersete" gegangen zu sein, weitermachen. Ich muss Neuseeland irgendwie eine Chance geben. Vielleicht breche ich auch schon nach wenigen Tagen ab. Doch zunächst möchte ich noch die 3-tägige Kajaktour um den weltberühmten Abel Tasman Sound paddeln. Wetter hin oder her. Ihr werdet's ja dann lesen können. An diesem Abend gab es dann halt ein kleines Abschiedsessen. Aber ich werde Remo ja schon bald wieder in Thailand sehen...
So musste ich halt am nächsten Tag meinen Reisegefährten zum Flughafen begleiten und Auf Wiedersehen sagen. Es fiel mir schon irgendwie schwer. Denn nach etwa 11 Wochen Zusammengehörigkeit gewöhnt man sich an seinen Partner (fast schon wie Ehe). Ich möchte hier an diesr Stelle wiederholen, dass weder Unstimmigkeiten noch Streit uns auseinandergebracht haben. Es war lediglich ein Interessenskonflikt. Wir werden uns spätestens in 3 Wochen in Thailand wiedersehen. Nach seiner Abreise folgte ich nochmals dem Scenic Drive, um diesmal unter sonnigem Himmel Fotos zu schissen. Das Dinner musste ich halt alleine in einem kleinen Bistrot zu mir nehmen... Sniff...     

09.02. - 11.02.2001    Kajaktour im Abel Tasman National Park

Der Bus fuhr pünktlich um 7h10 vor dem Backpackers vor und los ging das Abenteuer. Zuerst mussten noch mühsam alle Tagesausflügler, geführten Mehrtagesausflügler und Freerentals auf dem Weg nach Motueka eingesammelt werden. Nach der Ankunft im Lager der Ocean River Organisation und der Aufteilung der Leute verstauten wir sofort unsere Habseligkeiten im recht bescheidenen Laderaum der Kajaks. Wir waren 6 Leute mit unserem Guide David und so hatten wir 3 Doppelkajaks zu Verfügung. Ebenfalls war der Proviant für alle 3 Tage mit an Bord. Dann mussten die recht schweren Kajaks auf den Ankhänger verladen werden und schon gings wieder weiter mit dem Kleinbus und unseren Booten im Schlepptau. Unser Weg führte über den Takaka-Pass in das Gebiet der Golden Bay, wo wir dann endlich an Totaranui-beach die Beine vertreten konnten. Zunächst stand aber noch ein kleiner Lunch in Form von Sandwiches auf dem Programm. Denn es war bereits Mittag geworden. Lange konnte der Guide uns nicht mehr halten und so machte auch er seinen Einführungskurs für die "Neuankömmlinge" angenehm kurz. Das Wetter war absolut perfekt und man sah wirklich keine einzige Wolke am Himmel. (auch Wunder können geschehen...). Endlich gings los. Die Fahrt führte vorerst der Awaroa Bay entlang zum Awaroa Head und dann zur Tonga Island, auf welcher zur Zeit zahlreiche Seehunde die Jungen grossziehen. Bevor wir mit der Insel kollidierten, drehten wir ab und peilten die Tonga Arches Beach an, wo wir dann die Zelte für die Nacht aufschlugen. Auch ein kleines Erfrischungsbad im 18 Grad kalten Wasser durfte nicht fehlen (Ciou Remo, ich hatte etwa 5 Minuten bis ich ganz drin war). Das Paddeln war nie richtig anstrengend und mit dem stetigen Lüftchen kam man ohnehin nicht ins Schwitzen. Nass wurden wir höchstens von grösseren Wellen oder vom Paddelschlag des Pertners. Die Intensität der Farben war beeindruckend. Das tieftürkisfarbene Wasser, das saftige Grün der tropischen Wälder und die weiss- bis goldfarbenen Strände. Einfach genial. Ich hoffe, dass meine Fotos ein wenig das wiedergeben werden, was wir auch gesehen haben. Aber es gibt nicht nur Positives zu berichten. Kaum an der Beach angekommen, wurden wir schon von zahlreichen Sandflys attakiert. Einziges Gegemittel war ein spezieller Spray, der im Normalfall auch helfen würde. Aber bei mir schien das nicht zu funktionieren. Uns so wurde ich halt nonstop von diesen kleinen Biestern angezapft. Zum Nachtessen gab es ein Nudelgericht mit Poulet und als Dessert stand frischer Fruchtsalat auf dem Menüplan. War wirklich köstlich für Kampingverhältnisse. Nachdem die Sonne verschwunden war, sanken die Temperaturen drastisch in den Keller und ich konnte noch   knapp 17 Grad messen. Doch bevor wir im warmen Schlafsack verkrochen, verfolgten wir gemeinsam den Vollmondaufgang hinter der Tonga Island. Unterbrochen wurde dieses Schauspiel nur einmal von einem Opossum, welches verängstigt wieder in den Büschen verschwand..
Der nächste Tag begann mit einem Sonnenaufgang und einem reichhaltigen Morgenbuffet. Neben Müsli, Brot und Früchten gab es auch Pfannkuchen mit verschiedenen Konfitüren. Mhhh... Nach dem warmen Kaffee hiess es sofort Zusammenpacken und zurück in die Boote. Zur Aufwärmung paddelten wir nochmals ein kurzes Stück zurück und verschwanden im Shag Harbour. Der Grund für das aufgeschobene Anlaufen der Bucht lag darin, dass sämtliche Buchten stark von den Gezeiten abhängig sind und somit die Erkundungsausflüge mit viel Vorsicht geplant werden müssen (...sonst kann man gefangen bleiben). Die Bilder, die sich uns da boten, waren einfach atemberaubend. Das Wasser war nicht sehr tief und verstärkte somit den Farbeneffekt. Die Bäume und Wurzeln rund um uns herum mit ihren bizarren Formen rundeten die ganze Szene ab. Es war unberührte Natur pur. Ein weiterer positiver Fakt ist auch, dass diese Strände einzig mit den Kajaks erkundet werden können. Denn es gibt weit und breit keinen Weg und für grössere Boote ist das Wasser zu wenig tief. Nach gefüllten Filmen hiess es umkehren und retour zu der bereits bekannten Tonga Island. Weitere Halte waren bei der Mosquito Bay (Lunch), der Sandfly Bay, der Pinnacle Island und schliesslich der Anchorage Bay, wo wir die Zelte aufschlugen. Für das letzte Stück von der Insel zum Strand setzten wir die Segel und liessen uns nur vom Winde vorantreiben. Die kurze Freizeit nach der Ankunft nutzten mein Paddelpartner und ich zu einem kleinen Marsch zum Pitt Head mit prächtigem Aussichtspunkt über die Bay. Dinner war um 19h00 und zu geniessen gab es ein Gemüsereisgericht mit Lamm. Es war erneut vorzüglich. Aber ich glaube mit dem Ausbildungschef der Guides als Koch kann nicht viel schiefgehen. Als Dessert servierte er Swissroll garniert mit gewärmten Himbeeren. Übrigens, wer weiss wie eine Swissroll aussieht? (...ganzer Tag ohne ein Wölkchen)...
Mit dem Geruch von Spiegelei und Speck wurden wir aus dem Schlaf gerissen. Sogar der Toast fehlte nicht. Einfach perfekt. Leider hatte sich über Nacht das Wetter verschlechtert und wir mussten am Morgen sogar den Regenschutz montieren. Na ja, wäre auch zu schön gewesen. Somit gab es an diesem Tag micht mehr viel Aufregendes zu berichten und wir paddelten eigentlich nur noch der Basis in Motueka entgegen. Zurück in Nelson ging es dann nach einem frühen Nachessen doch recht müde in die Federn....
Gelohnt hat sich der Ausflug auf jeden Fall und der Besuch des Abel Tasman NP ist ein absolutes Muss für jeden Kiwireisenden.
Sunrise, Kajak's

12.02. - 16.02.2001    Nelson - Greymouth - Haast - Christchuch - Picton

Förmlich geknickt vom erneut schlechten Wetter fuhr ich trotzdem los zur nördlich gelegenen Golden Bay. Weil ganz oben sollen wirklich tolle Strände zu finden sein. Aber schon auf dem Weg dorthin sanken die Hoffnungen tief in den Keller. Es lohnte sich  nicht einmal Fotos zu schiessen von den genial gelegenen Aussichtspunkten beim Takaka Hill. Auch bei der Golden Bay selbst war nichts von tollen Farben zu sehen. Deshalb bin ich dann mehr oder weniger nur für das Auto herumgefahren, damit auch dieses wieder einmal seinen Auslauf hat. Einziges Highlight war der Besuch der grössten Frischwasserquelle Neuseelands, der Pupu Spring. Gewöhnlich hätte auch sie krisallklares tiefblaues Wasser. Aber heute lag nicht mehr als ein gräuliches Gesamtbild drin...
Am andern Tag ging es früh los. Denn ich wollte so schnell wie möglich weiterkommen. Der Weg führte vorerst durch die Golden Downs zu den beiden Lakes Rotoiti und Rotoroa. Ausser dass sie mit viel Wald umgeben waren, konnte ich nichts Spezielles herausfinden. Aber vielleicht lag es auch daran, dass die Sonne nicht schien oder wir Schweizer halt eben Ähnliches gewohnt sind. Auf jeden Fall schoss ich noch 2 Bilder, um schliesslich zu beweisen, dass ich wirklich hier war. Erst gegen die Westküste hin öffnete sich der Himmel und liess immer mehr die Sonne durchdringen. Als ganz schöne Strecke entpuppte sich kurz vor Westport die Bullerschlucht mit seiner bunten Pflanzenvielfalt. Westport selber war nicht sehr interessant und diente mir nur als Verpflegungsstop. Weiter südlich marschierte ich einige Meter beim Cape Foulwind zu einem Leuchtturm. Diese Gegend ist bekannt für seine Seelöwenkolonie und die wilden Küstenabschnitte mit kleinen vorgelagerten Inselchen. Nach einer kurzen Verschnaufspause ging es sofort weiter in Richtung Greymouth. Und jetzt folgte wirklich der schönste Küstenabschnitt Neuseelands, den ich bis jetzt gesehen habe. Die schmale Strasse führte wenige Meter neben der kurvenreichen Küstenlinie auf und ab, vorbei an wunderbaren Stränden, Felsformationen und Waldpassagen. Eine Augenweide für meine Objektive. Um ein Bild in den Kasten zu bekommen, hatte ich fast an jeder möglichen Ausfahrt angehalten (Remo, das wäre glaube ich zu viel gewesen für dich). Auf jeden Fall hatte ich am Schluss 3 Filme durchgelassen. Gegen Abend trudelte ich in Greymouth ein und musste mich in einem Motel niederlassen, da alle anderen Unterkunftsmöglichkeitn ausgebucht waren....
Auf Empfehlung der Dame an der Reception, die nächste Unterkunft jetzt schon zu buchen, dachte ich mir, irgendwo werde ich schon unterkommen. Tja, wir werden es ja dann sehen. Geweckt wurde ich nicht von den Sonnenstrahlen, sondern vom Lärm der nahe gelegenen Überlandstrasse. Deshalb setzte ich recht früh meine Reise fort und steuerte mein erstes Etappenziel, den Lake Kaniere, an. Aber auch dieser schien gleich grau wie die gestrigen "Tümpel" und so nutzte ich lediglich die Gelegenheit für ein Wasserfallfoto. Die Wetterbdingungen motivierten mich immer weniger und ich drückte noch fester auf das Gaspedal. Selbst der Versuch, die beiden Gletscher Franz Josef Glacier und Fox Glacier in einigermassen natürlichen Farben zu sehen, schlug fehl. Mehr als grauweisse "Schlirgä" waren durch den stockdicken Nebel nicht auszumachen. Schlimm war's nicht, aber ein möglicher Helikopterflug fiel leider ins Wasser. Nun hiess mein nächstes Etappenziel Haast, wo ich eigentlich auch gerne in einem warmen und weichen Bett übernachtet hätte. Doch wie ich schon vorhin angedeutet habe, fiiel auch das buchstäblich ins Wasser. Es war auf der ganzen Strecke von Greymouth bis nach Queenstown kein einziges Bett mehr frei. Unglaublich, aber wahr. So richtete ich halt mein Auto so bequem wie möglich ein und döste sehr unruhig, gelegentlich gestört von Gewitterregen, dem Morgen entgegen....
Der heutige Tag ist schnell erzählt. Abfahrt war um 7h. Mein Weg führte vorerst von Hasst über den Haastpass nach Wanaka... Natürlich im Regen. Einzige Abwechslung war hier die Pannenhilfe für einen Autolenker, der seinen Wagen in die Luft parkiert hatte (1 Rad in der Luft). Der Stop im schönen Ferienort Wanaka diente mir zur Erkundung der Wetterentwicklung für die nächsten Tage. Doch der negative Bericht bestätigte meine Befürchtungen. Ich zögerte nicht lange und steuerte nun so schnell wie möglich Christchurch an. Highlight auf diesem Streckenabschnitt war eine Schafherde mitten auf der Strasse... Mähhh..mähhh... Ich glaube, wenn ich nicht auf der für uns falschen Strassenseite gefahren wäre, hätte ich nicht gemerkt, dass ich eigentlich in Neuseeland bin. Traurig, aber wahr. Gegen Christchurch war das Wetter schon etwas sonniger. Aber dafür blies der Wind so stark, dass ich das Lenkrad mit beiden Händen steuern musste. Trospflaster war für mich heute ein Nachtessen in Ann's Thairestaurant....
Wellington hiess heute mein Ziel mit viel Hoffnung auf endlich besseres Wetter. Da ich die Strecke Christchurch-Picton schon einmal gefahren bin, hielt ich unterwegs fast nie an. Selbst die Pitstops versuchte ich so lange wie möglich hinauszuzögern. Checkin-time in Picton für die Fähre war um 17h00. Die Überfahrt selbst dauerte etwas mehr als 3 Stunden. Wir legten bei verhangenem Himmel in der Kiwihauptstadt an... was denn sonst. Mit einer italienischen Mahlzeit versuchte ich erneut meine Moral zu steigern....

Nordinsel